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Sonnenhut - Echinacea

Sonnenhut - Echinacea
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

Purpurfarbener Sonnenhut
Echinacea purpurea (L.) Moench,
Blasser Sonnenhut
Echinacea pallida Nutt.,
Schmalblättriger Sonnenhut - Echinacea angustifolia DC.

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Gattung Echinacea ist in Nordamerika verbreitet und reicht von der Golfküstenebene im Süden über die Great Plains und das Zentrale Tiefland bis zu den Großen Seen im Norden; im Osten schließt sie den Gebirgszug der Appalachen mit ein und erreicht ihre Westgrenze im Bereich der Rocky Mountains. Die drei Arten E. purpurea, E. pallida und E. angustifolia kommen dabei überlappend vor. In Europa ist der Sonnenhut inzwischen als Zierpflanze eingeführt.

Der Gattungsname Echinacea leitet sich von griech. ‚echinos’ (= Igel) ab, wodurch sich auch der deutsche Name „Igelkopf” erklärt. An einen Igel erinnert in der Tat der stark kegelförmig gewölbte Blütenboden mit seinen langen Röhrenblüten, die zusätzlich von stacheligen Spreublättern überragt werden.

Der Purpurfarbene Sonnenhut (auch Roter Sonnenhut) ist die größte der drei Arten. Er wird 60 bis 180 cm hoch, der Blasse Sonnenhut 40 bis 120 cm, der Schmalblättrige Sonnenhut 10 bis 50 cm. Alle drei Arten haben große länglich-lanzettliche, rau behaarte Blätter; beim Purpurfarbenen Sonnenhut sind diese grob gesägt. Sehr charakteristisch sind die großen Blütenköpfchen mit ihren auffallend langen, hängenden bzw. zurückgebogenen Zungenblüten. Beim Purpurfarbenen Sonnenhut sind sie 2 bis 4 cm lang und purpurrot, beim Blassen Sonnenhut 4 bis 9 cm lang, rosa oder weiß (lat. ‚pallida’ = blass), beim Schmalblättrigen Sonnenhut 2 bis 3,8 cm, weiß, rosa oder purpurn (lat. ‚angustus‘ = schmal, ‚folium‘ = Blatt). Auf dem stark gewölbten Blütenboden sitzen bei allen drei Arten zahlreiche Röhrenblüten. Blütezeit ist der Spätsommer.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Beim Purpurfarbenen Sonnenhut werden sowohl die oberirdischen, zur Blütezeit geernteten Teile (Purpur-Sonnenhut-Kraut - Echinaceae purpureae herba), vorzugsweise der Saft des frischen Krauts, als auch die getrockneten unterirdischen Teile (Purpur-Sonnenhut-Wurzel - Echinaceae purpureae radix) verwendet; die Drogen stammen aus Kulturen in Amerika und Europa. Beim Blassen Sonnenhut und beim Schmalblättrigen Sonnenhut werden nur die getrockneten unterirdischen Teile arzneilich verwendet (Blasser-Sonnenhut-Wurzel - Echinaceae pallidae radix; Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel - Echinaceae angustifoliae radix). Die im Handel befindlichen Drogen stammen vorwiegend aus Wildsammlungen in Nordamerika, zu einem geringen Teil auch aus Kulturen in den USA und Europa.

Inhaltsstoffe der Droge

Purpurfarbener Sonnenhut (Kraut und Wurzel): Polysaccharide, Kaffeesäurederivate, Alkamide, Polyacetylene, ätherisches Öl
Blasser Sonnenhut (Wurzel): Polysaccharide, Kaffeesäurederivate, Ketoalkene und Ketoalkine, ätherisches Öl
Schmalblättriger Sonnenhut (Wurzel): Alkamide, Polysaccharide, Kaffeesäurederivate, ätherisches Öl

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität folgender Drogen bzw. Drogezubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt:

  • Purpur-Sonnenhut-Kraut (Echinaceae purpureae herba)
  • Purpur-Sonnenhut-Wurzel (Echinaceae purpureae radix)
  • Blasser-Sonnenhut-Wurzel (Echinaceae pallidae radix)
  • Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel (Echinaceae angustifoliae radix)

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Purpur-Sonnenhut-Kraut
Das HMPC hat für Frischpflanzenzubereitungen aus Purpur-Sonnenhut-Kraut die kurzfristige innerliche Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungs­:krankheiten als „medizinisch allgemein anerkannt“ („well-established use“) akzeptiert. Für die äußerliche Anwendung wurde es als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP, Kommission E: Innerlich zur unterstützenden Behandlung wiederkehrender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege, äußerlich bei schlecht heilenden, oberflächlichen Wunden

Purpur-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Purpur-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arznei­mittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: Innerlich zur unterstützenden Behandlung wiederkehrender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege

Blasser-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Blasser-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: Zur unterstützenden Therapie und Vorbeugung wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege
Kommission E: Zur unterstützenden Therapie grippeartiger Infekte

Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel
Das HMPC hat Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel als traditionelles pflanzliches Arznei­mittel ein­gestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP: Zur unterstützenden Therapie und Prophylaxe wiederkehrender Infekte der oberen Atemwege (banale Erkältung)

Traditionelle Anwendung

Die Frischpflanzenzubereitungen aus Purpur-Sonnenhut-Kraut wurden vom HMPC für die äußerliche Anwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Purpur-Sonnenhut-Kraut zur Behandlung kleiner, oberflächlicher Wunden eingesetzt werden (siehe auch „Anerkannte medizinische Anwendung“).
Purpur-Sonnenhut-Wurzel, Blasser-Sonnenhut-Wurzel und Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel wurden vom HMPC für die innerliche Anwendung als traditionelle pflanzliche Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können Zubereitungen der drei Drogen zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt werden.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Purpur-Sonnenhut-Kraut

Purpur-Sonnenhut-Wurzel Blasser-Sonnenhut-Wurzel Schmalblättriger Sonnenhut-Wurzel
  • homöopathische Urtinktur in Tabletten, Saft und Tropfen

Dosierung

Um die Wirkung zu gewährleisten, sollte Sonnenhut nur in Form von Fertigarzneimitteln angewendet werden; die Dosierung ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Bereitung eines Teeaufgusses

Von der Bereitung eines Teeaufgusses ist abzuraten.

Hinweise

Bei bestehenden Allergien gegen Korbblütler (Asteraceae) sollte auf die Einnahme von Sonnenhut-Zubereitungen (Echinacea-Zubereitungen) verzichtet werden (Kreuzallergie möglich). Allergikern wird von der Anwendung von Sonnenhut (Echinacea-Zubereitungen) generell abgeraten.
Wegen des immunstimulierenden Effekts von Sonnenhut (Echinacea) dürfen Patienten mit schweren systemischen Erkrankungen, Autoimmun­erkrankungen, Immunschwäche­erkrankungen und immun­suppressive Patienten Sonnenhut (Echinacea) nicht anwenden (nicht bei Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, Multiple Sklerose, AIDS, HIV-Infektionen).
Für die Anwendung von Sonnenhut (Echinacea) während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Stillende Mütter dürfen zur Brustpflege keine Salbe mit Sonnenhut (Echinacea) verwenden.

Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, Kommission E, WHO Vol. 1

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Purpur-Sonnenhut-Kraut, Nr. 1823; Purpur-Sonnenhut-Wurzel, Nr. 1824; Blasser-Sonnenhut-Wurzel, Nr. 1822; Schmalblättriger-Sonnenhut-Wurzel, Nr. 1821)

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