Kooperation Phytopharmaka

Menü

Färberdistel

Färberdistel
Foto: © P. Schönfelder

Botanische Bezeichnung

Echte Färberdistel – Carthamus tinctoria L.

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Färberdistel – auch Saflor, Wilder oder Falscher Safran genannt – ist eine alte Kulturpflanze Vorder- und Mittelasiens und wurde als Färbepflanze schon im Altertum genutzt. Sie ist heute in gemäßigt warmen Gebieten verbreitet und wird als Lieferant zur Gewinnung des Färberdistelöls aus den Samen in vielen südlichen Ländern kultiviert. Vor dem Aufkommen von synthetischen Anilinfarben wurden die orangeroten Blütenblätter zum Färben von Textilien verwendet, da sie einen wasserlöslichen, roten Farbstoff - Carthamin oder Saflorrot genannt - enthalten; heute wird Carthamin noch zum Färben von Lebensmitteln und Kosmetika verwendet. Den Färbeeigenschaften der Blüten verdankt die Färberdistel den botanisch Artnamen tinctorius (lat. = Färber-), ursprünglich von lat. ‚tingere‘ (= eintauchen, tränken, färben). Leider sind die Blütenblätter auch als Verfälschung von Safran im Umlauf („Falscher Safran“). Die Ähnlichkeit zu Safran kommt auch in ihrem Pflanzennamen „Saflor“ zum Ausdruck, eine Kombination von Safran und Flor (von lat. ‚flos‘ = Blüte). „Distel“ bezieht sich auf das Aussehen der Pflanze, denn sie hat wie eine Distel steife, stachelig gezähnte Blätter und große distelartige Blütenköpfe.

Die Färberdistel ist einjährig, ihr bis zu 1 m hoher verzweigter Hauptspross steigt schnell wachsend aus einer Blattrosette auf. Die Laubblätter sind länglich (10 bis 15 cm), fein-dornig gezähnt und am Stängel herablaufend („stängelumfassend“). Die distelartigen Korbblüten sind 3 bis 5 cm im Durchmesser, umschlossen von den stachelig gezähnten Hüllblättern der Blütenhülle, die zahlreichen Blüten ragen als dickes Büschel aus der Blütenhülle heraus. Dabei handelt es sich um fünfzipfelige, anfangs goldgelbe, rot berandete Röhrenblüten; später wandelt sich ihre Farbe nach orangerot. Die Fruchtform ist eine 6 bis 8 mm lange, eiförmige, glänzende Achäne mit 4 Längsrippen. Blütezeit ist August bis September.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird das aus den Samen durch Pressung und/oder durch Extraktion mit anschließender Raffination gewonnene fette Öl (Raffiniertes Färberdistelöl – Carthami oleum raffinatum); durch das Raffinieren werden geschmacklich, geruchlich und farblich unerwünschte Begleitstoffe entfernt.
Importe stammen aus Indien, den USA, Mexiko und Äthiopien.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden auch die getrockneten Blüten der Färberdistel genutzt (Färberdistelblüten – Carthami flos).

Inhaltsstoffe der Droge

Färberdistelöl (Safloröl, Distelöl) besteht aus Triglyceriden mit der zweifach ungesättigten Linolsäure (C18:2; 75 bis 80%) und der einfach ungesättigten Ölsäure (C18:1; 11 bis 13%) als dominierende Fettsäuren; weitere Säuren sind u.a. Palmitinsäure (C16:0) und Stearin­säure (C18:0); außerdem Vitamin E (Mischung aus α-, β-, γ- und δ-Tocopherol) und Sterole.
Färberdistelblüten enthalten die roten Farbstoffe Carthamin, Neocarthamin und Cartha­mon, Saflorgelb A und B, Flavonoide und Polyine.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Raffinierten Färberdistelöls (Carthami oleum raffinatum) und der Färberdistelblüten (Carthami flos) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Färberdistelöl wurde bisher weder vom HMPC noch von der ESCOP bearbeitet; auch die Kommission E hat dazu keine Monographie erstellt.
Färberdistelblüten sind eine Droge der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die hier nicht näher beleuchtet werden kann.
Aufgrund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren wird Färberdistelöl (Safloröl) innerlich diätetisch zur Prophylaxe der Arteriosklerose verwendet (Senkung des Choles­terolspiegels); es wirkt auch leicht abführend und wird bei Morbus Crohn eingesetzt. Äußerlich kann es zur Heilung von Wunden, Narben, Prellungen und Ver­stauchungen angewendet werden.

Traditionelle Anwendung

Färberdistelöl erhielt bisher keine Einstufung als traditionelles Arzneimittel im Sinne des § 39a AMG.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Färberdistelöl (Safloröl) in Kapseln wird von verschiedenen Herstellern als Diätetikum angeboten, außerdem ist es als Speiseöl in verschiedenen Qualitäten verfügbar.

Dosierung

Färberdistelöl ist Bestandteil eines gesunden Ernährungsprogramms. Wird Färberdistelöl in Form von Kapseln eingenommen, ist die Einnahmevorschrift zu beachten; denkbar: 3-mal tgl. 0,5 bis 1 g Öl.

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Auf Grund der bisherigen Erfahrungen ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung kein Risiko für Schwangere und Kinder zu erwarten.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

WHO Vol. 3 (Färberdistelblüten)

Weiterführende Literatur

Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Raffiniertes Färberdistelöl, Nr. 2088; Färberdistelblüten, Nr. 2386)

 

Adonisröschen    Afrikanischer Pflaumenbaum    Aloe    Andorn    Angelica    Anis    Arnika    Artischocke    Augentrost    Australischer Teebaum    Bärentraube    Baldrian    Beinwell    Belladonna    Benediktenkraut    Bilsenkraut    Birke    Bitterklee    Bittersüßer Nachtschatten    Blutweiderich    Blutwurz    Bockshornklee    Boldostrauch    Brechwurz    Brennnessel    Brombeere    Bruchkraut    Buchweizen    Cannabis    Cayennepfeffer    Chinarindenbaum    Cranberry    Digitalis    Diptam-Dost    Dost    Echinacea    Efeu    Ehrenpreis    Eibisch    Eiche    Eisenkraut    Eleutherococcus    Engelsüß    Engelwurz    Enzian    Ephedra    Erdbeere    Erdrauch    Esche    Eukalyptus    Färberdistel    Faulbaum    Fenchel    Fichte    Fingerhut    Flohkraut / Flohsamen-Wegerich    Frauenmantel    Gänsefingerkraut    Gartenbohne    Gelbwurz    Gewürznelken    Ginkgo    Ginseng    Gliedkraut    Goldrute    Grindelia    Gundelrebe / Gundermann    Habichtskraut    Hafer    Hagebutte    Hamamelis    Hanf    Hauhechel    Heidelbeere    Herzgespann    Hibiscus    Himbeere    Hirtentäschel    Holunder    Hopfen    Huflattich    Indischer Hanf    Indischer Wegerich / Indisches Flohsamen-Kraut    Indischer Weihrauch    Ingwer    Ipecacuanha    Iris    Isländisches Moos    Johannisbeere    Johanniskraut    Kamille    Kamille, Römische    Kapland-Pelargonie    Kapuzinerkresse    Kastanie    Katzenbart    Katzenpfötchen    Kava-Kava    Kiefer    Klette    Knoblauch    Königskerze    Kolabaum    Krauseminze    Kretischer Dost    Kreuzdorn    Kümmel    Kürbis    Kurkuma    Labkraut    Latsche    Lavendel    Lein    Liebstöckel    Linde    Löwenzahn    Lungenkraut    Mädesüß    Mäusedorn    Maiglöckchen    Majoran    Malve    Mariendistel    Mastix    Mate-Teestrauch    Meerrettich    Meerträubel    Meerzwiebel    Melisse    Minze    Mistel    Mönchspfeffer    Moosbeere    Mutterkraut    Myrrhe    Nachtkerze    Odermennig    Ölbaum    Orthosiphon    Passionsblume    Pelargonie    Perubalsam    Pfefferminze    Pflaumenbaum, afrikanischer    Preiselbeere    Primel    Quecke    Quendel    Rauschpfeffer    Rhabarber    Ringelblume    Rizinus    Römische Kamille    Rose    Rosenwurz    Rosmarin    Rosskastanie    Ruhrkraut    Sägepalme    Safran    Salbei    Schachtelhalm    Schafgarbe    Schlafmohn    Schlehdorn    Schleifenblume    Schlüsselblume    Schöllkraut    Schwarznessel    Schwertlilie    Senf    Senna / Sennespflanze    Sibirischer Ginseng    Sideritis    Sojalecithin    Sojapflanze    Sonnenhut    Sonnentau    Spitzwegerich    Stechapfel    Steinklee    Stiefmütterchen    Strohblume    Süßholz    Taigawurzel    Tang / Algen    Taubnessel    Tausendgüldenkraut    Teebaum    Teestrauch    Teufelskralle    Thymian    Tollkirsche    Tolubalsam    Traubensilberkerze    Tüpfelfarn    Vogelknöterich    Wacholder    Walnuss    Wegrauke    Wegwarte    Weide    Weidenröschen    Weihrauch    Weinrebe    Weißdorn    Wermut    Wunderbaum    Zauberstrauch    Zimt    Zistrose    Zwiebel