Kooperation Phytopharmaka

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Teestrauch

Teestrauch
Foto: © P. Schönfelder

Botanische Bezeichnung

Teestrauch – Camellia sinensis. (L.) Kuntze

Familie

Teegewächse (Theaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Der Gattungsname Camellia leitete Linné vom Namen des mährischen Jesuiten Georg Joseph Kamel ab (latinisiert ‚Camellus‘), der eine Beschreibung des Teestrauchs auf der Insel Luzon (Philippinen) verfasste; das Artepitheton sinensis ist das lateinische Wort für „chinesisch“. Der Teestrauch ist im Hochland Südostasiens (Assam, Hinterindien) beheimatet und kam bereits im Jahr 2700 v. Chr. nach China. Infolge der getrennten Kultivierung entwickelten sich 2 Varietäten: var. assamica (Mast.) Kitam und die var. sinensis (L.) Kuntze. Die erstere Varietät ist kälte- und trockenempfindlich und liefert den Assam-Tee mit großen Blättern und hoher Ertragsleistung, die var. chinensis ist weniger empfindlich und liefert den China-Tee mit kleineren, härteren Blättern; die Ertragsleistung ist geringer, das Aroma aromatischer. Außer diesen beiden Varietäten werden in den Teeanbaugebieten im gemäßigten und tropischen Asien verschiedene weitere Varietäten und Formen von C. sinensis zur Teegewinnung kultiviert.

Die Teepflanze ist, wenn man sie natürlich wachsen lässt, ein immergrüner Baum, der ohne Kulturmaßnahmen zwischen 6 und 10 m hoch wird. In Kultur wird die Teepflanze durch gezielten Schnitt strauchförmig gehalten, um sowohl die Blätter leichter ernten zu können als auch um die Bildung von Seitentrieben anzuregen. Daran stehen wechselständig die kleinen, spatelförmigen oder lanzettlichen, etwas ledrigen Blätter. Die weißen Blüten sind 3 cm im Durchmesser und stehen zu eins bis vier in den Blattachseln. Nach der Befruchtung bilden sie rundliche Kapseln mit 1 bis 3 Samen. Geerntet werden die Teeblätter mehrmals im Jahr, in Tieflagen gibt es bis zu 30 Pflückungen pro Jahr; als hochwertig gelten nur die Endknospen (Pekoe-Spitze) mit den zwei oder drei nächsten Blättern („Feinpflücke“); die tieferliegenden Blätter enthalten weniger Coffein und Gerbstoffe und gelten als „Grobpflücke“. Auf die speziellen Erntemethoden der Teeblätter und auf die verschiedenen Tee-Qualitäten kann hier nicht näher eingegangen werden.

Der Schwarze Tee ist das Ergebnis einer Fermentierung über 4 Stunden bei Temperaturen zwischen 25 und 35°C. Dabei laufen komplizierte enzymatische Reaktionen ab, die das Inhaltsstoffspektrum deutlich verändert, und die Teeblätter werden rotbraun bis schwarz; auch bildet sich das charakteristische Teearoma. Grüner Tee wird hergestellt, indem die Enzyme sofort nach der Ernte durch heißen Dampf inaktiviert werden; eine Fermentation findet somit nicht statt und die Blätter bleiben olivgrün.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die jungen, unfermentierten, schnell durch kurzzeitiges Erhitzen stabilisierten und anschließend getrockneten Blätter (Grüner Tee - Camelliae sinensis non fermentata folia). Grüner Tee ist auch unter der lateinischen Bezeichnung „Theae viridis folium“ im Handel. Grüner Tee wird überwiegend als Lebensmittel eingestuft.
Lieferländer sind die Teeanbaugebiete in Süd- und Ostasien.

Inhaltsstoffe der Droge

Grüner Tee enthält Coffein (2 bis 4%), Theobromin (0,05%) und Theophyllin (Spuren); Polyphenole (bis zu 30%): (-)-Epigallocatechin-3-O-gallat (EGCG, bis 12%), (-)-Epicatechin-3-O-gallat (ECG), Catechin-Gerbstoffe, Gallotannine, Ellagitannine, Flavonoide, Phenol­carbon­säuren, Theanin (Aminosäure), Ascorbinsäure, Triterpensaponine, Mineral­stoffe und Fluoride.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Grünen Tees (Camelliae sinensis non fermentata folia) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat Grünen Tee als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).

Traditionelle Anwendung

Grüner Tee wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Grüner Tee bei Müdigkeit und Schwächegefühl eingesetzt werden.
Volksmedizinisch wird Grüner Tee auch bei Durchfall und bei verdorbenem Magen angewendet.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • Ganze oder geschnittener Grüne-Tee-Blätter lose oder in Teebeuteln zur Bereitung eines Tees
  • pulverisierte Droge in Kapseln (Aufbaumittel)

Dosierung

Fertigpräparate: siehe Packungsbeilage bzw. Einnahmevorschrift;
Teeaufguss: Bei Müdigkeitserscheinungen 3- bis 5-mal täglich eine Tasse warmen Grünen-Tee-Aufguss trinken; Tagesdosis: 6 bis 10 g Droge.

Bereitung eines Teeaufgusses

2 bis 3 g Grünen Tee mit 150 mL heißem Wasser (nicht kochend) übergießen und nach 3 bis 5 Min. abseihen. Wie beim Schwarzen Tee ist die anregende Wirkung beim kurz aufgebrühten Aufguss stärker als nach langem Ziehenlassen.

Hinweise

Bei bestehenden Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, bei Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sowie bei einer Schilddrüsenüberfunktion soll Grüner Tee nicht angewendet werden. Grüner Tee soll nicht vor dem Schlafengehen getrunken werden, da es auf Grund des Gehalts an Coffein zu Schlafstörungen kommen kann.
Für die Anwendung von Grünem Tee bei Kindern und Jugendlichen liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor; eine Anwendung wird deshalb nicht emp­fohlen.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Um Wechselwirkungen zu vermeiden, sollen Arzneimittel nicht mit einem Grünem-Tee-Aufguss eingenommen werden. Das im Grünen Tee enthaltene Coffein reduziert die Wirkungen von Beruhigungsmitteln und verstärkt die Nebenwirkungen von Sympa­thomimetika (Stoffe, die am Sympatikus angreifen). Personen mit MAO-Hemmer-Medikation, sollen Grünen Tee nur mit Vorsicht anwenden, da die Wirkung dieser Medikamente verstärkt wird.

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Grüner Tee, Nr. 2668)

 

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