Kooperation Phytopharmaka

Menü

Urtinktur

Die Urtinktur (Tinctura materna) ist eine Tinktur zur Herstellung homöo­pathischer Zube­reitungen. Sie wird normalerweise aus der Frisch­pflanze (!) hergestellt, nur in Ausnahme­fällen aus der getrock­neten Droge. Als Extraktionsmittel dient Alkohol unterschiedlicher Konzentration, als Verfahren kommen Mazeration (Kaltextraktion), Digestion (Wärme­behandlung), Aufguss (Infusion), Abkochung (Dekokt) oder Fermentation zum Einsatz. Die Vorschriften für die Herstellung von Urtink­turen sind im Europäischen Arzneibuch enthalten. Urtinkturen dienen als Ausgangsmaterial für die homöopathischen Ver­dünnungen (Poten­zierung; „Dezimalverdünnung“ = D oder „Centesimalverdünnung“ = C).

Das homöopathische Prinzip, nämlich die „Potenzierung“ (Verdünnung), ist in Form der Urtinktur noch nicht verwirklicht. Somit kann die Urtinktur auch als Extraktform der Phyto­therapie angesehen werden, weshalb in flüssigen pflanzlichen Fertigarzneimitteln häufig auch Urtinkturen verarbeitet werden. Aus diesem Grund ist im Arznei­pflanzenlexikon in der Rubrik „Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln“ auch die Arzneiform „Homöopathische Urtinktur“ zu finden. Der wichtigste Unterschied zur „Tinktur“ ist die Tatsache, dass die Frischpflanze verarbeitet wird und nicht wie bei der Tinktur die Droge (getrocknete Pflanzen).