Kooperation Phytopharmaka

Menü

Schafgarbe

Schafgarbe
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

Gemeine Schafgarbe
Achillea millefolium L. s.l.

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Der Zusatz „s.l.“ (sensu latiore = im weiteren Sinne) hinter dem botanischen Namen der Pflanze bedeutet, dass es sich bei der Art um eine vielgestaltige Sammelart handelt. Zur Achillea-millefolium-Gruppe gehören viele Kleinarten, die mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen an Boden und Klima verschiedene Areale in ganz Europa besiedeln. Bei uns findet man sie auf Wiesen, Weiden, Trockenrasen und an Wegrändern.

Achillea ist das „Kraut des Achilleus“. Achilles drang auf der Suche nach Troja in Mysien ein und verletzte dabei den König der Myser, Thelephos, am Oberschenkel. Er heilte dessen Wunde mit einer Heilpflanze, die später als die Schafgarbe gedeutet wurde. Das Artepitheton millefolium nimmt Bezug auf die charakteristische Form der Blätter. Sie sind mehrfach fiederschnittig mit zahlreichen, sehr schmalen Fiedern, was den Eindruck von „tausend Blättern“ erweckt (lat. ‚mille’ = tausend, ‚folium’ = Blatt). Viele Blütenköpfchen stehen in Doldenrispen endständig am oben stark verzweigten Stängel. Sie sind mit 5 bis 8 mm im Durchmesser relativ klein und tragen 4 bis 6 weiße bis rosarote rundliche Zungenblüten und nur wenige blassgelbe Röhrenblüten. Die 30 bis 60 cm hohe Pflanze wird gerne von Schafen gefressen, weshalb hat sie im Deutschen den Namen Schafgarbe bekommen hat.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die getrockneten, blühenden Triebspitzen mit Blättern, Blüten und Stängeln (Millefolii herba - Schafgarbenkraut). Die im Handel befindliche Droge stammt aus südost- und osteuropäischen Ländern und auch aus Deutschland.

Inhaltsstoffe der Droge

Schafgarbenkraut enthält ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone (vor allem Guajanolide), Flavonoide und Caffeoylchinasäuren.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Schafgarbenkrauts (Millefolii herba) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten als traditionelle pflanzliche Arzneimittel eingestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
ESCOP, Kommission E: Innerlich bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden wie leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich; äußerlich in Form von Sitzbädern bei schmerzhaften Krampfzuständen psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau (Pelvipathia vegetativa). ESCOP empfiehlt Schafgarbenkraut außerdem zur Behandlung leichter Haut- und Schleimhautentzündungen.

Traditionelle Anwendung

Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten wurden vom HMPC als traditionelle pflanzliche Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten innerlich bei zeitweilig auftretender Appetitlosigkeit, zur Behandlung leichter krampfartiger Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, die mit Blähungen und Flatulenz einhergehen, sowie bei leichten menstruationsbedingten Krämpfen verwendet werden. Äußerlich können Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten zur Behandlung kleiner, oberflächlicher Wunden eingesetzt werden.
Traditionell angewendet zur Unterstützung der Verdauungsfunktion und zur Besserung des Befindens bei Unwohlsein (traditionelle Anwendung nach § 109a).

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: 3- bis 4-mal täglich eine Tasse Schafgarbentee zwischen den Mahlzeiten trinken. Tagesdosis: 4,5 g.

Bereitung eines Teeaufgusses

2 g fein geschnittenes Schafgarbenkraut mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Min. abseihen. Für Sitzbäder wird ein Aufguss von 100 g Schafgarbenkraut auf 1 bis 2 L Wasser zubereitet, der nach 20-minütigem Ziehen dem Badewasser zugegeben wird.

Hinweise

Bei bestehenden Allergien gegen Korbblütler (Asteraceae) sollte auf die Einnahme von Zubereitungen aus Schafgarbe verzichtet werden (Kreuzallergie möglich).
Für die Anwendung von Schafgarbenkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren reichen die Erkenntnisse noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Selten Kontaktallergien (Schafgarbendermatitis)

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, Kommission E, WHO Vol. 4

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Schafgarbenkraut, Nr. 1382)

Adonisröschen    Afrikanischer Pflaumenbaum    Aloe    Andorn    Angelica    Anis    Arnika    Artischocke    Augentrost    Australischer Teebaum    Bärentraube    Baldrian    Beinwell    Belladonna    Bilsenkraut    Birke    Bitterklee    Bittersüßer Nachtschatten    Blutweiderich    Blutwurz    Bockshornklee    Boldostrauch    Brechwurz    Brennnessel    Brombeere    Buchweizen    Cayennepfeffer    Cranberry    Digitalis    Echinacea    Efeu    Eibisch    Eiche    Eisenkraut    Eleutherococcus    Engelsüß    Engelwurz    Enzian    Erdbeere    Erdrauch    Esche    Eukalyptus    Faulbaum    Fenchel    Fichte    Fingerhut    Flohkraut / Flohsamen-Wegerich    Frauenmantel    Gänsefingerkraut    Gartenbohne    Gelbwurz    Gewürznelken    Ginkgo    Ginseng    Gliedkraut    Goldrute    Grindelia    Habichtskraut    Hafer    Hagebutte    Hamamelis    Hauhechel    Heidelbeere    Herzgespann    Himbeere    Hirtentäschel    Holunder    Hopfen    Indischer Wegerich / Indisches Flohsamen-Kraut    Indischer Weihrauch    Ingwer    Ipecacuanha    Iris    Isländisches Moos    Johannisbeere    Johanniskraut    Kamille    Kamille, römische    Kapland-Pelargonie    Kapuzinerkresse    Katzenbart    Katzenpfötchen    Kiefer    Klette    Knoblauch    Königskerze    Kümmel    Kürbis    Kurkuma    Latsche    Lavendel    Lein    Liebstöckel    Linde    Löwenzahn    Lungenkraut    Mädesüß    Mäusedorn    Maiglöckchen    Majoran    Malve    Mariendistel    Mastix    Mate-Teestrauch    Meerrettich    Meerzwiebel    Melisse    Minze    Mistel    Mönchspfeffer    Moosbeere    Mutterkraut    Myrrhe    Nachtkerze    Odermennig    Ölbaum    Orthosiphon    Passionsblume    Pelargonie    Perubalsam    Pfefferminze    Pflaumenbaum, afrikanischer    Primel    Quecke    Quendel    Rhabarber    Ringelblume    Rizinus    Römische Kamille    Rose    Rosenwurz    Rosmarin    Rosskastanie    Ruhrkraut    Sägepalme    Salbei    Schachtelhalm    Schafgarbe    Schlafmohn    Schlehdorn    Schleifenblume    Schlüsselblume    Schöllkraut    Schwertlilie    Senna / Sennespflanze    Sibirischer Ginseng    Sideritis    Sonnenhut    Sonnentau    Spitzwegerich    Stechapfel    Steinklee    Stiefmütterchen    Strohblume    Süßholz    Taigawurzel    Taubnessel    Tausendgüldenkraut    Teebaum    Teufelskralle    Thymian    Tollkirsche    Tolubalsam    Traubensilberkerze    Tüpfelfarn    Vogelknöterich    Wacholder    Walnuss    Wegrauke    Wegwarte    Weide    Weidenröschen    Weihrauch    Weinrebe    Weißdorn    Wermut    Wunderbaum    Zauberstrauch    Zimt    Zistrose    Zwiebel