Kooperation Phytopharmaka

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Efeu

Efeu
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

(Gewöhnlicher) Efeu – Hedera helix L.

Familie

Efeugewächse (Araliaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Der immergrüne Efeu ist in ganz Europa heimisch und wächst als Kletterpflanze an Bäumen und Sträuchern in Wäldern und Parks. In der Großstadt wie auf dem Dorf bedeckt er Mauern und schattige Ecken. An seinen charakteristisch geformten Blättern ist der Efeu leicht zu erkennen. Er kommt in zahlreichen Kultur- und Gartenformen vor.

Der Gattungs­name Hedera stammt wahrscheinlich von gr. ‚hedra’ (das Sitzen), womit das Haften der Pflanze an Mauern und Bäumen gemeint ist. Das Artepitheton helix, von gr. ‚helix’ (= Gewundenes), beschreibt das Emporwinden des Efeus an Bäumen. Dies kann er dank seiner Haftwurzeln, mit denen er sich auf der Unterlage fest verankert. Das deutsche Wort Efeu geht wahrscheinlich auf einen alten Wortstamm ‚ebah’ oder ‚ifig’ zurück, was soviel wie „Kletterer“ heißt. Dieser Wortstamm wurde dann mit „heu“ verbunden, alt­hochdeutsch ‚ep-höu’ oder ‚ebe-höu’.

Der Efeu ist ein kriechendes oder kletterndes, stark verzweigtes Holzgewächs. Mit Haftwurzeln haftet er an seiner Unterlage. Die Blätter der nicht blühenden Sprosse sind charakteristisch 3- bis 5-lappig mit herzförmigem Grund, ledrig und dunkelgrün, glänzend, oft mit heller Nervatur. Die Blätter an den blühenden Sprossen sind rautenförmig bis lanzettlich und lang zugespitzt. Die braunen Blüten sind wenig auffällig und stehen in kugeligen Halbdolden, diese traubig angeordnet. Blütezeit ist September/Oktober. Im darauf folgenden Jahr reifen die Früchte heran. Die blauschwarzen Beeren stehen dann in dekorativen, kugeligen Dolden. Gerne werden sie in Blumensträuße und Gestecke eingebunden. Vorsicht: die Beeren können bei Kindern Vergiftungserscheinungen hervor­rufen!

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die im Frühjahr geernteten, getrockneten Blätter (Efeublätter - Hederae folium).
Die Droge wird aus osteuropäischen Ländern importiert.

Inhaltsstoffe der Droge

Efeublätter enthalten Triterpensaponine, hauptsächlich Hederacoside, Flavonoide, Kaffee­säurederivate und Sterole.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität der Efeublätter (Hederae folium) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) fest­gelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat die Anwendung von Efeublättern in Form von Trockenextrakten (DEV 3-8:1, Dickextrakten (DEV 2,2-2,9:1) und Flüssigextrakten (DEV 1:1) als Expektorans bei pro­duktivem Husten als „medizinisch anerkannt“ („well-established use“) akzeptiert.
Durch klinische Studien belegte Anwendungsgebiete (Zulassung): zur Linderung der Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen; Erkältungskrankheiten der Atemwege.
ESCOP, Kommission E: Bei Katarrhen der Luftwege; symptomatische Behandlung chro­nisch-entzündlicher Bronchialerkrankungen; ESCOP ergänzt: bei Husten, ins­besondere, wenn dieser von übermäßiger Absonderung eines zähflüssigen Schleims be­gleitet ist.

Traditionelle Anwendung

Entfällt

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage; Teeaufguss: Teezubereitungen von Efeublättern sind nicht gebräuchlich.

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Bei bestehender Gastritis und bei Magengeschwüren sollen Efeublätter nicht eingenommen werden.
Für die Anwendung von Efeublätter während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Bei Kindern unter 2 Jahren sollten Efeublätter nicht angewendet werden, da sich die Atemsymptome verschlimmern können; zur Anwendung bei Kindern zwischen 2 und 4 Jahren sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Ebenso ist bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ärztlicher Rat einzuholen. Auch eine gleichzeitige Gabe von anderen Hustenmitteln (Antitussiva) wie Codein oder Dextromethorphan sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden möglich

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, Kommission E

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Efeublätter, Nr. 2148)