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Australischer Teebaum

Australischer Teebaum
Foto © P. Schönfelder

Botanische Bezeichnung

Australischer Teebaum – Melaleuca alternifolia Cheel

Familie

Myrtengewächse (Myrtaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Der Name ,Teebaum' wurde im Jahr 1770 von dem Naturkundler Joseph Banks geprägt, der James Cook auf der ,HNS Endeavour' bei seiner ersten Südsee-Expedition begleitete. In Ermangelung an echtem Tee (Camellia sinensis) braute sich die Schiffsbesatzung ein Ersatzgetränk aus den Blättern der vorhandenen Sträucher und Bäume, die sie daraufhin ,Teebäume' nannten. Dazu zählen Arten der Gattungen Baeckea, Kunzea, Leptospermum und Melaleuca. Die Bezeichnung ,Teebaumöl' wird im weiteren Sinne für die ätherischen Öle dieser vier Gattungen verwendet, mit ,Australischem Teebaumöl' ist immer das ätherische Öl von Melaleuca alternifolia gemeint. Als weitere Stammpflanzen für das Australische Teebaumöl ist allerdings auch die frostharte M. linariifolia Smith sowie die im Landesinneren verbreitete M. dissitiflora Muell. zugelassen.

Das Verbreitungszentrum des Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) befindet sich im subtropischen Bereich Australiens zwischen dem 32. Und 27. Breitengrad. Der kommerzielle Plantagenbau erfolgt größtenteils im Norden von New South Wales im Bereich um das Bungswalbin Bassin und erstreckt sich bis in den Süden von Queensland. Der Australische Teebaum bevorzugt feuchte Standorte an Wasserläufen oder sumpfige Gebiete. Die Teebaumölproduktion ist in Australien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Teebaumplantagen gibt es auch in Indien, Simbabwe und Südafrika.

Der Australische Teebaum ist ein bis 7 m hoher Baum mit buschiger Krone und papierähnlicher, weißer Rinde, auf die der Gattungsname Melaleuca, von griech. ,melas (= schwarz) und ,leucos' (= weiß) Bezug nimmt. Die ca. 2,5 cm langen Blätter sind spitz-lanzettlich, manchmal leicht sichelförmig, und sitzen gegenständig an den Zweigen. Die zahlreichen weißen Blüten stehen in 5 cm langen Ähren und ergeben das Aussehen flauschiger weißer Massen, an Flaschenbürsten erinnernd. Dabei sind es die 2 cm langen Bündel aus jeweils vielen Staubblättern, die das charakteristische Aussehen prägen.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird das aus den Blättern und Zweigspitzen durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl (Melaleucae aetheroleum - Teebaumöl). Öllieferungen erfolgen zu 90% aus Australien.

Inhaltsstoffe der Droge

Teebaumöl enthält zahlreiche Monoterpene, hauptsächlich Terpinen-4-ol, γ-Terpinen, α-Terpinen und 1,8-Cineol.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Teebaumöls (Melaleucae aetheroleum) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat Teebaumöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe "Traditionelle Anwendung").
ESCOP: bei bakteriellen Infektionen und Pilzinfektionen der Haut einschließlich Furunkulose, Fußpilz, Nagelpilz und Schuppen; zur Eradikation von MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) bei Krankenhausaufenthalten; bei vaginalen Infektionen wie trichomonale Scheidenentzündung, vaginale Candidiasis und Cervicitis.

Traditionelle Anwendung

Das HMPC hat Teebaumöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Teebaumöl zur Behandlung kleiner, oberflächlicher Wunden und von Insektenstichen sowie kleiner Geschwüre (Furunkel, Akne) eingesetzt werden; auch gegen Juckreiz und Hautreizungen bei Fußpilz sowie zur Behandlung einer leichten Mundschleimhautentzündung.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • Teebaumöl als ölige Lösung in flüssigen und halbfesten Zubereitungen

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teebaumöl in 0,5 bis 10 prozentiger Lösung soll 1- bis 3-mal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Auch als Kompresse mit einer Aufschüttelung von 0,7 bis 1 mL Teebaumöl in 100 mL Wasser. Zum Gurgeln kann eine Aufschüttelung von 0,17 bis 0,33 mL Teebaumöl in 100 mL Wasser mehrmals täglich angewendet werden.

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Teebaumöl darf weder eingenommen noch inhaliert werden; außerdem darf es nicht in Kontakt mit Augen und Ohren kommen noch darf es auf verbrannte Haut aufgetragen werden.
Für die Anwendung von Teebaumöl während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren reichen die Erkenntnisse noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Möglich sind Hautreaktionen wie stechender Schmerz, Jucken, Brennen, Reizung und Hautrötungen sowie allergische Reaktionen.

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, WHO Vol. 2

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Teebaumöl, Nr. 1837)

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