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Indischer Weihrauch

Indischer Weihrauch
Foto: © P. Schönfelder (Boswellia sacra)

Botanische Bezeichnung

Salaibaum, Salphalbaum – Boswellia serrata Roxb.

Familie

Balsamgewächse (Burseraceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Harze und Balsame breiten beim Verbrennen intensive, wohlriechende Düfte aus, derer man sich bei Kulthandlungen bedient. Der in katholischen Kirchen gebräuchliche Weihrauch ist ein Harz, das aus Boswellia carteri Birdw., einem in Somalia, Südarabien und Äthiopien wild wachsenden Baum, gewonnen wird. Dazu ritzt man Schnitte in die Rinde, woraufhin der Baum ein Harz ausscheidet, um diese Wunden zu verschließen. An der Luft erhärtet das Harz schnell, lässt sich dann leicht abnehmen und kommt als Weihrauch (Olibanum) in Form eines körnigen Materials in den Handel.

Arzneilich interessant ist der Indische Weihrauch, der vom Sabalbaum (B. serrata), einem großen Baum in den trockenen, bergigen Gebieten Indiens, gewonnen wird. Seine Krone ist flach ausgebreitet, die Blätter 9-bis 14-paarig gefiedert, die einzelnen Fiedern am Rande sind kerbig gesägt bis fast ganzrandig. Die grünlich aschfarbene Rinde schält sich in papierartigen, glatten Stücken ab. Das vom Sabalbaum bei Verletzung ausgeschiedene Gummiharz erstarrt zu Klumpen verschiedener Formen. Sie sind gelblich bis bräunlich, unregelmäßig kugelig oder stalaktitartig, hellgrau bestäubt, zudem leicht zerbrechlich mit muscheliger, wachsartiger Bruchfläche. Der Indische Weihrauch wird zweimal im Jahr gesammelt (März und Juni), Monate vorher werden die Verletzungen gesetzt. Je Baum kann ungefähr 1 kg Gummiharz jährlich gewonnen werden.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird das bei Verletzung des Stammes und der Zweige ausgeschiedene, luftgetrocknete Gummiharz (Indischer Weihrauch - Olibanum indicum).

Inhaltsstoffe der Droge

Indischer Weihrauch enthält ca. 60% Harz mit verschiedenen Boswelliasäuren (Triterpensäuren), außerdem Schleimstoffe und ätherisches Öl.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität von Indischem Weihrauch (Olibanum indicum) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

ESCOP: bei schmerzhafter Gelenkarthritis und entzündlichen Darmerkrankungen.
In der Ayurvedischen Medizin wird Indischer Weihrauch zur unterstützenden Behandlung der chronischen Polyarthritis verwendet sowie zur Remissionsbehandlung bei den entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Klinische Studien bestätigen die Wirksamkeit des Indischen Weihrauchs bei den entzündlichen Darmerkrankungen, jedoch steht die abschließende Beurteilung der Anwendungsgebiete und damit die Zulassung in Deutschland noch aus. Zugelassene standardisierte Präparate des Auslands können auf Einzelverschreibung eingeführt und angewendet werden.

Traditionelle Anwendung

Indischer Weihrauch hat keine Listung als traditionelles Arzneimittel (§ 109a).

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Trockenextrakt aus Indischem Weihrauch in Tabletten

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Indischer Weihrauch kann nicht als Teeaufguss eingenommen werden, allenfalls kann die Droge bei Mundschleimhautentzündungen gelutscht werden.

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Für die Anwendung von Indischem Weihrauch während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen reichen die Erfahrungen noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Selten Magen-Darm-Beschwerden; mitunter allergische Reaktionen.

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

ESCOP, WHO Vol. 4

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Indischer Weihrauch, Nr. 2310)