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Lungenkraut

Lungenkraut
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

Echtes Lungenkraut - Pulmonaria officinalis L.

Familie

Raublattgewächse (Boraginaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Das Echte Lungenkraut ist in Europa heimisch und kommt von Mittelschweden bis Mittelitalien vor, auch in Mittel- und Südrussland. Es bevorzugt mäßig feuchte Böden und wächst gerne in krautreichen Buchen- und Buchenmischwäldern und in feuchten Auwäldern. In den Alpen kommt Lungenkraut auch in hochmontanen Nadelwäldern vor.

Wegen seiner lungenähnlichen Blätter galt das Lungenkraut seit dem 15. Jhdt. als Mittel gegen Lungenkrankheiten. Die trübweißen Flecken auf der Blattoberseite wurden nämlich als Ähnlichkeit mit Lungenbläschen gedeutet und so wurde es der Signaturenlehre zufolge als Mittel gegen Erkrankungen der oberen Luftwege und der Lunge genutzt. Im deutschen Namen ist diese Verwendung erhalten geblieben. Auch der botanische Gattungsname Pulmonaria vermittelt diese Verwendung (lat. ,pulmo' = Lunge, ,pulmonaris' = für die Lunge heilsam). Das Artepitheton officinalis lässt darauf schließen, dass es sich um eine alte Arzneipflanze handelt, denn die „Offizin” ist der Verkaufsraum einer Apotheke und ,officinalis' bedeutet: in den Apotheken gebraucht.

Aus einem unterirdisch wachsenden Wurzelstock treiben zeitgleich Blütensprosse und Laubblattrosetten. Die Rosettenblätter und die 4 bis 7 Stängelblätter fühlen sich, wie für Raublattgewäschse charakteristisch, sehr rau an, weil sie mit kurzen Stachelhöckern (Aculeoli) besetzt sind; dazwischen stehen lange Borsten. Typisch sind die schwach weißlichen Flecken auf der Oberseite der Blätter. Die Blüten stehen zu mehreren am Ende eines 10 bis 20 m hohen Stängels. Die Kronröhren stecken in schmalen fünfzipfeligen Kelchröhren. Bezüglich der Blütenfarbe ist auffallend, dass zeitgleich blass-rosa, violette und blaue Blüten vorhanden sind. Der Grund dafür ist ein Farbwechsel während der Blütezeit. In der Kronröhre ist ein Haarring zu erkennen. Blütezeit ist März/April.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird das zur Blütezeit geerntete getrocknete Kraut, bestehend aus Blättern, Blüten und Stängeln (Lungenkraut - Pulmonariae herba). Die Droge des Handels stammt aus den nördlichen Balkanländern.

Inhaltsstoffe der Droge

Lungenkraut enthält Schleimpolysaccharide, Gerbstoffe, Flavonoide, Allantoin; an mineralischen Stoffen Kieselsäuren.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Lungenkrauts (Pulmonariae herba) ist im Deutschen Arzneibuch (DAB) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Von der Kommission E erhielt Lungenkraut eine Negativverabschiedung, da das damals vorhandene wissenschaftliche Erkenntnismaterial die Wirksamkeit nicht belegen konnte. Da von der Droge nach Erkenntnissen der Kommission E keine Risiken zu erwarten sind, wird die Beurteilung der Kommission E als sog. „Nullmonographie” bezeichnet. Gegen einen Anteil an 5 g/100 g Tee in Husten- und Bronchialtees bestehen keine Bedenken.

Traditionelle Anwendung

Lungenkraut erhielt bisher keine Einstufung als traditionelles Arzneimittel im Sinne des § 39a AMG.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • geschnittenes Lungenkraut zur Teebereitung, allerdings nur max. 5 g/100 g Tee in Mischungen als „sonstiger Bestandteil“

Dosierung

Fertigarzneimittel: entfällt
Teeaufguss: obsolet

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Da keine Erkenntnisse zur Risiken bei der Anwendung von Lungenkraut vorliegen und bei Husten wirksamere pflanzliche Alternativen zur Verfügung stehen, wird von einer Anwendung von Lungenkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren dringend abgeraten.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

Kommission E (Negativmonographie)

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Deutschen Arzneibuch (Lungenkraut)

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