Kooperation Phytopharmaka

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Himbeere

Himbeere
Foto: Rosse

Botanische Bezeichnung

Himbeere – Rubus idaeus L.

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Himbeere ist in Europa sowie im gemäßigten Asien und Nordamerika heimisch und wächst dort in Waldschlägen und Gebüschen. Bei uns ist sie vorwiegend als Kulturpflanze vertreten und wird wegen ihrer roten Beeren sehr geschätzt. Die Beeren werden zu Gelee, Marmeladen, Fruchtsäften, Grützen und ähnlichen Fruchtzubereitungen verarbeitet.

Der Gattungsnamen Rubus stammt aus dem Indogermanischen und leitet sich ab von ,reub-, (= reißen), somit ein Strauch, an dem man sich reißt. Diese Eigenschaft ist durch die Stacheln begründet und teilt sich die Himbeere mit der Brombeere (Rubus fruticosus). Das Artepitheton idaeus wird als „aus dem Idagebirge stammend” interpretiert. Wie es zum deutschen Namen ,Himbeere' kommt, ist unklar, die Deutung ,Beere, die die Hinde frisst' ist unbefriedigend.

Der 50 bis 1,50 m hohe Strauch ist zweijährig mit verholzendem Stängel, der mit schwachen Stacheln besetzt ist. Die Blätter sind 3- bis 7-fiedrig, die einzelnen Blättchen am Rande gesägt und unterseits weiß-filzig. Die Blüten sind unscheinbar weiß, nach der Blüte sind die Kelchblätter zurückgeschlagen. Die Früchte sind rot; botanisch handelt es sich bei der Himbeere um eine Sammelsteinfrucht: viele kleine Steinfrüchte sitzen auf einer kegelförmigen Fruchtachse und lösen sich beim Ernten in der Gesamtheit von dieser leicht ab. Blütezeit ist Mai/Juni.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die im Frühjahr oder Frühsommer gesammelten, getrockneten und geschnittenen Laubblätter (Rubi idaei folium - Himbeerblätter). Die Droge des Handels stammt aus Wildvorkommen oder Kulturen in Mittel- und Osteuropa.

Inhaltsstoffe der Droge

Himbeerblätter enthalten Gerbstoffe (vorwiegend Gallo- und Ellagitannine) und Flavonoide.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität der Himbeerblätter (Rubi idaei folium) ist im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat Himbeerblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe "Traditionelle Anwendung").
Kommission E: Von der Kommission E erhielten Heidelbeerblätter eine Negativverab­schiedung, da das damals vorhandene wissenschaftliche Erkenntnismaterial die Wirk­samkeit nicht belegen konnte. Da von der Droge nach Erkenntnissen der Kommission E keine Risiken zu erwarten sind, kann die Beurteilung der Kommission E als sog. „Nullmonographie“ bezeichnet werden.

Traditionelle Anwendung

Himbeerblätter wurden vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können Himbeerblätter innerlich gegen leichte menstruationsbedingte Krämpfe und bei leichten Durchfällen eingesetzt werden; äußerlich bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • geschnittene Himbeerblätter zur Teebereitung

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: 3 bis 4 mal täglich 1 Tasse Himbeerblättertee zwischen den Mahlzeiten warm trinken. Tagesdosis 6 bis 8 g Droge. Der Teeaufguss kann auch zur Mundspülung und zum Gurgeln verwendet werden.

Bereitung eines Teeaufgusses

2 bis 4 g fein geschnittene Himbeerblätter mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen; kalt ansetzen und kurz aufkochen ist auch möglich.

Hinweise

Bei länger andauernden und sich wiederholenden Durchfällen sowie bei blutigem Stuhl muss unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Für die Anwendung von Himbeerblätter während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren reichen die Erkenntnisse noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, Kommission E (Negativmonographie)

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka

Adonisröschen    Afrikanischer Pflaumenbaum    Aloe    Andorn    Angelica    Anis    Arnika    Artischocke    Augentrost    Australischer Teebaum    Bärentraube    Baldrian    Beinwell    Belladonna    Bilsenkraut    Birke    Bitterklee    Bittersüßer Nachtschatten    Blutweiderich    Blutwurz    Bockshornklee    Boldostrauch    Brechwurz    Brennnessel    Brombeere    Buchweizen    Cayennepfeffer    Cranberry    Digitalis    Echinacea    Efeu    Eibisch    Eiche    Eisenkraut    Eleutherococcus    Engelsüß    Engelwurz    Enzian    Erdbeere    Erdrauch    Esche    Eukalyptus    Faulbaum    Fenchel    Fichte    Fingerhut    Flohkraut / Flohsamen-Wegerich    Frauenmantel    Gänsefingerkraut    Gartenbohne    Gelbwurz    Gewürznelken    Ginkgo    Ginseng    Gliedkraut    Goldrute    Grindelia    Habichtskraut    Hafer    Hagebutte    Hamamelis    Hauhechel    Heidelbeere    Herzgespann    Himbeere    Hirtentäschel    Holunder    Hopfen    Indischer Wegerich / Indisches Flohsamen-Kraut    Indischer Weihrauch    Ingwer    Ipecacuanha    Iris    Isländisches Moos    Johannisbeere    Johanniskraut    Kamille    Kamille, römische    Kapland-Pelargonie    Kapuzinerkresse    Katzenbart    Katzenpfötchen    Kiefer    Klette    Knoblauch    Königskerze    Kümmel    Kürbis    Kurkuma    Latsche    Lavendel    Lein    Liebstöckel    Linde    Löwenzahn    Lungenkraut    Mädesüß    Mäusedorn    Maiglöckchen    Majoran    Malve    Mariendistel    Mastix    Mate-Teestrauch    Meerrettich    Meerzwiebel    Melisse    Minze    Mistel    Mönchspfeffer    Moosbeere    Mutterkraut    Myrrhe    Nachtkerze    Odermennig    Ölbaum    Orthosiphon    Passionsblume    Pelargonie    Perubalsam    Pfefferminze    Pflaumenbaum, afrikanischer    Primel    Quecke    Quendel    Rhabarber    Ringelblume    Rizinus    Römische Kamille    Rose    Rosenwurz    Rosmarin    Rosskastanie    Ruhrkraut    Sägepalme    Salbei    Schachtelhalm    Schafgarbe    Schlafmohn    Schlehdorn    Schleifenblume    Schlüsselblume    Schöllkraut    Schwertlilie    Senna / Sennespflanze    Sibirischer Ginseng    Sideritis    Sonnenhut    Sonnentau    Spitzwegerich    Stechapfel    Steinklee    Stiefmütterchen    Strohblume    Süßholz    Taigawurzel    Taubnessel    Tausendgüldenkraut    Teebaum    Teufelskralle    Thymian    Tollkirsche    Tolubalsam    Traubensilberkerze    Tüpfelfarn    Vogelknöterich    Wacholder    Walnuss    Wegrauke    Wegwarte    Weide    Weidenröschen    Weihrauch    Weinrebe    Weißdorn    Wermut    Wunderbaum    Zauberstrauch    Zimt    Zistrose    Zwiebel