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Buchweizen

Buchweizen
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

Buchweizen
Fagopyrum esculentum Moench

Familie

Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Der Buchweizen ist mit den Mongolen im 14. Jh. aus seiner Heimat Zentralasien nach Mitteleuropa gelangt und wurde hier ursprünglich als „Heidenkorn“ bezeichnet. Später wurde er „Heidekorn“ genannt, da er auf armen, sandigen Böden gedeiht und deshalb früher bevorzugt in den Heidegebieten Nordwestdeutschlands, zunächst in der Lüneburger Heide, später in den Heiden Mecklenburgs, angebaut wurde. In einer Lüneburger Urkunde von 1385 ist sein Vorkommen unter dem Namen „bokwete“ erstmals belegt. Nach starkem Anbaurückgang steht er heute wieder mehr in Kultur, da er sich einen Platz als fester Bestandteil der Biokost erworben hat. Er kommt auch verwildert an Schuttplätzen und Ackerrändern vor.

Mit dem deutschen Namen „Buchweizen“ assoziiert man fälschlicherweise ein „Getreide“. Es handelt sich aber um ein einjähriges, bis 60 cm hohes, raschwüchsiges Kraut mit wechselständigen, sehr charakteristischen, herzpfeilförmigen Blättern, deren Nebenblätter zu einer kragenförmigen, den Vegetationspunkt am Stängel umhüllenden „Ochrea“ (Tüte) verwachsen ist. Die zahlreichen weißen bis rosafarbenen, kleinen Blüten sind zu kompakten, ährenartigen Thyrsen vereinigt. Sie sind sehr nektarreich, weswegen der Buchweizen eine wichtige Bienentrachtpflanze darstellt. Blütezeit ist Juli bis Oktober. Die Früchte sind rotbraun, 4 bis 6 mm lang und scharf dreieckig. Damit erinnern sie an Bucheckern, den Früchten der Buche. Dies kommt im Gattungsnamen Fagopyrum zum Ausdruck, abgeleitet von lat. ‚fagus’ (= Buche) und griech. ‚pyros’ (= Weizen), im Deutschen wörtlich übersetzt zu „Buchweizen“. Das Artepitheton esculentum bedeutet „essbar, genießbar“ (lat. ‚esca’ = Speise). Die Früchte werden als Lebensmittel zu Grütze, Grieß oder Mehl verarbeitet.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird das zur Blütezeit gesammelte, getrocknete Kraut bestehend aus Blättern, Blüten und Stängeln (Fagopyri herba). Die Droge des Handels stammt aus Ungarn und Afrika.

Inhaltsstoffe der Droge

Buchweizenkraut enthält Rutosid und andere Flavonoide sowie Chlorogensäure und Phenolcarbonsäuren; in den Blüten ist Fagopyrin, ein photosensibilisierendes Naphthodianthron enthalten.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Buchweizenkrauts (Fagopyri herba) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Durch klinische Daten belegte Anwendungsgebiete (Zulassung): bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI) Stadium I und II sowie bei Mikrozirkulationsstörungen und zur Arterioskleroseprophylaxe.
Die Kommission E hat Buchweizenkraut aus zeitlichen Gründen nicht bearbeitet.

Traditionelle Anwendung

Allein oder in Kombination mit anderen Stoffen traditionell angewendet zur Besserung des Befindens bei müden Beinen (traditionelle Anwendung nach § 109a).

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • geschnittenes Buchweizenkraut als Tee
  • pulverisierte Droge in Tabletten

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: 3-mal täglich 1 Tasse Buchweizentee über mehrere Wochen trinken.

Bereitung eines Teeaufgusses

2 g Buchweizenkraut mit 150 mL siedendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen; besser ist ein 2- bis 3-minütiges Aufkochen.

Hinweise

Für die Anwendung Buchweizenkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Bei Kindern und Jugendlichen ist das Krankheitsbild der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) nicht relevant.

Nebenwirkungen

Sehr selten Kopfschmerzen

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

Keine

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch
(Buchweizenkraut, Nr. 2184)