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Kiefer

Kiefer
Foto © P. Schönfelder

Botanische Bezeichnung

(Wald)-Kiefer, Föhre – Pinus sylvestris L.

Familie

Kieferngewächse (Pinaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Dank ihrer Genügsamkeit in Bezug auf Wasser, Boden und Klima ist die harzreiche und an Varietäten reiche Waldkiefer eine wichtige Baumart der europäischen Wälder und reicht weit nach Norden und Osten, bis nach Sibirien. Auch ist sie in höheren Berglagen der Alpen anzutreffen. Ihre schirmförmige Krone ist locker und lässt viel Licht auf die Nadeln fallen. Der Stamm wird bis 40 m hoch und ist bei den älteren Bäumen bis hoch hinauf astfrei. Typisch ist die starke Schuppenborke. Die Nadeln sind 5 bis 10 cm lang und stehen paarweise an Kurztrieben, die den Zweig flaschenbürstenartig ummanteln. Die Kiefer blüht jedes Jahr und bildet dann 2 bis 7 cm lange konische Zapfen, die alleine oder in Gruppen am Zweig hängen.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die Kiefernsprossen (Pini turiones) und das ätherische Öl (Pini silvestris aetheroleum). Letzteres wird aus den frischen, zerkleinerten Zweigen und den anhängenden Nadeln durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Inhaltsstoffe der Droge

Kiefernsprossen enthalten ätherisches Öl, Harze und Flavonoide; Kiefernnadelöl besteht vorwiegend aus Monoterpen-Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich aus Pinen, Caren und Limonen.

Qualitätsbeschreibungen

Für Kiefernsprossen gibt es keine amtliche Qualitätsbeschreibung; die Qualität des Kiefernnadelöls (Pini silvestris aetheroleum) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Kiefernsprossen
Kommission E: innerliche bei katarrhalischen Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege; äußerlich bei leichten Muskel- und Nervenschmerzen.

Kiefernnadelöl
Kommission E: innerlich katarrhalischen Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege; äußerlich zur Behandlung rheumatischer Beschwerden (Wärmetherapie) und bei Nervenschmerzen.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Kiefernsprossen als Sirup oder Tinktur; für äußerliche Anwendung halbfeste Zubereitungen mit Extrakten. Kiefernnadelöl in alkoholischen Lösungen (auch Zusatz zu Franzbranntwein), Salben, Cremes, Emulsionen, Ölen und Bädern (Erkältungsbad) zur äußeren Anwendung

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Kiefernsprossen
Mehrmals täglich 2 bis 3 g Kiefernsprossen; Zubereitungen entsprechend.

Kiefernnadelöl
Innerlich: mehrmals täglich 3 bis 4 Tropfen Kiefernnadelöl auf einem Stück Zucker oder in Wasser einnehmen.
Äußerlich: Zur Inhalation einige Tropfen Kiefernnadelöl auf heißes Wasser geben und inhalieren. 5 g Öl als Badezusatz in ein Vollbad (35 – 38°C) geben und 10 bis 20 Min. darin baden.

Hinweise

Kiefernnadelöl soll nicht angewendet werden bei Bronchialasthma und Keuchhusten und nie im Bereich der Augen. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahren Gefahr von Glottiskrampf oder Atemstillstand, deshalb nicht im Gesicht auftragen.

Nebenwirkungen

Gelegentlich Hautreizungen und Ekzeme

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

Kommission E

Weiterführende Literatur

Schilcher: Leitfaden Phytotherapie,
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Kiefernnadelöl, Nr. 1842)

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